Der Böblinger CDU-Bundestagsabgeordnete Clemens Binninger mit dem Vorstand des Softwarezentrums Hans-Ulrich Schmid.

Der Böblinger CDU-Bundestagsabgeordnete Clemens Binninger besuchte das Softwarezentrum auf der Hulb. Dort besichtigte er den neuen Erweiterungsbau, der kürzlich eröffnet worden ist und 3.500 m² zusätzliche Nutzfläche bietet. Bei dem anschließenden Gespräch mit dem Vorstand des Softwarezentrums, Hans-Ulrich Schmid, stand der Austausch über die Zukunft des IT-Standorts Böblingen und die politischen Rahmenbedingungen im Fokus.

 

Hans-Ulrich Schmid berichtete, dass derzeit das Thema IT-Sicherheit eine zentrale Rolle in der Branche spiele. So seien neben den bekannten Risiken beim Betrieb von IT-Infrastrukturen die Angreifbarkeit von vernetzten Fahr-zeugen und industriellen Umgebungen neue Herausforderungen. Der Mittelstand in der Region Stuttgart sei hier besonders gefragt, mit IT-Sicherheitsdienstleistern an Lösungen zu arbeiten. „Genau diese Lösungen werden auch dringend benötigt“, erwiderte Clemens Binninger, der als Berichterstatter für das neue IT-Sicherheitsgesetz im Bundestag zuständig war. Das Gesetz schreibt wichtigen Versorgungsunternehmen wie Strom-, Wasser- und Gasversorgern vor, sich technisch gegen Cyberangriffe zu wappnen. „Zwischenfälle wie der jüngste Cyberangriff auf den Deutschen Bundestag zeigen, dass man die Bedrohungslage sehr ernst nehmen muss“, mahnte Binninger in diesem Zusammenhang. IT-Sicherheit sei deshalb ein Wachstumsmarkt, der auch zunehmend Bedeutung für den IT-Standort Böblingen gewinne.

Voraussetzung für das weitere Wachstum des IT-Standorts Böblingen sei aber auch eine leistungsfähige Internetanbindung, warf Hans-Ulrich Schmid ein. „Der Internetanschluss ist inzwischen genauso wichtig wie die zuverlässige Stromversorgung“, erklärte er. „Der Breitbandausbau mit Glasfaserkabel ist der entscheidende Faktor für die Digitalisierung von Industrie und Gesellschaft.“, so Schmidt weiter. Er fordere deshalb mehr politisches Engagement beim Breitbandausbau. Binninger verwies in diesem Zusammenhang auf
die Breitbandinitiative der Bundesregierung. Man kümmere sich gemeinsam mit Versorgungsunternehmen, Ländern und Kommunen um dieses wichtige Zukunftsthema, so Binninger. „Unser Ziel ist es, bis zum Jahr 2018 Internetanschlüsse mit mindestens 50 MBit/s für jeden Haushalt bereitzustellen“.

Einig waren sich Binninger und Schmid darin, dass die Gründerdynamik in Baden-Württemberg verbesserungswürdig sei. Positive Impulse erhoffen sie sich von den Konzernen und Mittelständlern in der Region. ,,Ausgründungen aus Traditionsunternehmen können die Basis für mehr Innovationen sein", hofft Binninger. Schließlich sei der Landkreis Böblingen führend in der Informationstechnik. Man dürfe nicht vergessen, dass neben Weltunternehmen wie IBM und Hewlett-Packard auch zahlreiche kleine und mittelständische IT-Unternehmen hier beheimatet seien, ergänzte der Abgeordnete. Gemeinsam mit dem Herman Hollerith Zentrum in Böblingen, einer Außenstelle der Hochschule Reutlingen, entwickelten diese Unternehmen neue Technologien und sicherten so die Arbeitsplätze der Zukunft. „Das Softwarezentrum ist dabei insbesondere für kleine Unternehmen und Neugründungen eine wichtige Hilfe“, lobte Binninger das Engagement von Schmid.

Zum Abschluss des Rundgangs durch das Softwarezentrum kamen Binninger und Schmid noch auf die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets Hulb zu sprechen. Mittel- und langfristiges Ziel müsse es sein, die Hulb so neu zu ordnen, dass noch mehr Hightech-Arbeitsplätze angesiedelt werden können, betonte Schmid. Eine aktive kommunale Flächenpolitik wäre dabei hilfreich, so Schmid weiter.